Führungszeugnis

Foto: Julian Wulf
Foto: Julian Wulf

Interview vom 31.01.2012 (http://notes-skinnydipper.tumblr.com/)

 

Heute möchte ich euch gerne Jan vorstellen. Jan ist ein junger Schreiberling aus Mainz, der neben dem absolvieren seines Abiturs als Tresenschlampe in einem Mainzer Trend-Lokal jobt.

Da ich es niemals wagen würde, die Worte eines Schriftstellers zu verfremden, veröffentliche ich euch heute mal die nackte Wahrheit.Das unüberarbeitete Interview mit knallharten Fakten und einer großen Portion Zynismus.

Du schreibst. Über was?
Ich schreibe vorwiegend über lustige Dinge, die jeder kennt und die einem täglich begegnen. Natürlich liegt das „lustig“ immer im Auge des Betrachters. Außerdem versuche ich immer eine persönliche, zumeist moralische Botschaft auf zynische Art und Weise zu vermitteln. Manchmal gelingt mir das, manchmal weniger. Wichtig ist mir einfach nur, dass es keine schwere Kost ist, denn dann kann man ja gleich Kants Kategorischen Imperativ als Gute-Nacht-Lektüre mampfen.

Wie kamst du dazu?
Es war ein schleichender Prozess. Schneller als die deutsche Bahn, aber langsamer als die Concorde. Von Schuljahr zu Schuljahr stellte ich mehr und mehr fest, dass es mir Spaß machte mit Worten zu spielen, zu jonglieren um sie schließlich zu sortieren. An Heiligabend 2010 schrieb ich meine erste Geschichte mit dem Titel die Rache des Christentums. Etwas traurig ist, dass es auch noch heute mein persönliches Lieblingswerk ist. Habe ich mich kein Stück weiterentwickelt?

Was oder wer inspiriert dich?
Inspiration lauert über all und Inspiration kommt einfach zu um die Ecke. Man kann inspiriert nicht lernen. So kann der dicke, unfreundliche Busfahrer Quelle der Inspiration sein, oder auch Facebooks-Like-Gesellschaft. Augen auf und vor die Tür gehen hilft oft.

Wie veröffentlichst du?
www.spaxschraube.jimdo.com

www.facebook.com/spaxschraube

Ich hatte sogar einmal bei einer vermutlich vielen bekannten Regional-Zeitung angefragt ob sie Interesse an einer meinen Texte haben. Sie haben sich nie gemeldet und drucken stattdessen lieber jeden Tag Geschichten über laubensheims Ortsvorsteher, oder bibeldicke Todesanzeigen.

Was bedeutet dir das Schreiben?
Schreiben entspannt mich und mit Hilfe des Schreibens gelingt es mir Dinge besser und effizienter zu kritisieren, weil meine Gedanken auf Papier halbwegs geordnet sind, wenn ich nicht gerade etwas getrunken habe.

Auf was möchtest du in deinem Leben nicht verzichten?
Das klingt so unsäglich abgedroschen, wenn man jetzt Familie, Freunde usw. sagt, aber eigentlich stimmt es.

Hast du ein Meisterstück,welches du uns zeigen magst?
Meisterstück wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Jetzt Like-technisch ist mein Text „PIxelschlampe“ ganz vorne, aber da ich aus Mainz komme muss ich natürlich den Text „Die Weltstadt namens Elster“ empfehlen. Der Text handelt von einer schönen Stadt am Rhein die gerne auch so schillernd und international wäre wie ihre großen Geschwister auf der falschen Rheinseite.

Was bedeutet Mode für dich?
Ich trage Klamotten, allerdings ist da auch schon mein Mode Horizont erreicht. Karl Lagerfelds dieser Welt haben mich nie wirklich interessiert und außerdem nervt seine dämliche VW-Werbung. Alles was ich über Mode sagen kann ist, dass ich froh bin das die Dauerwelle nicht zurück kam wie es Taff prognostizierte.

Beschreibe dich mit 3 Worten.
Einfach, kompliziert und pessimistisch.

Deine Lieblingsorte in Mainz?

Der Gonsenheimer – Augen zu, ab in den Sand und losgeträumt auf die Malediven.Das Cinestar-Dach – Picknicken im Sommer mit Freunden.Absoluter Berlin-Charakter!

Der Turm im Budenheimerwald – Perfekt für Sonnenuntergänge.

Was macht Mainz zu der Stadt, die du liebst?
Mainz ist unglaublich doof, immens naiv, total festgefahren und all diese Punkte machen Mainz zu der wohl lustigsten und lebenswertesten Stadt unseres blauen Planeten.