Die 100 Mio. Minute

Berlins neue U-Bahn protz richtig rum

 

Viele Berliner wissen gar nicht von ihrem Glück. Ihre Stadt verfügt in der Tat über die teuerste Achterbahn der Welt. Die Rede ist von der U55, die vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor fährt. Der Volksmund nennt sie auch gerne „Kanzlerbahn“, da ihre Trasse auch über eine Haltestelle mit dem Namen „Bundestag“ verfügt. Bisher verschlang der Bau der Strecke satte 320 Mio.€. Das Projekt ist somit gefräßiger als Rainer Calmund und Dirk Bach zusammen! Eine Zahnbürste sollte man auf jeden Fall im Gepäck haben, wenn man sich auf eine wilde Fahrt mit der „Kanzlerbahn“ einlässt, denn die Fahrzeit der gesamten Strecke dauert.....................stolze 3 Minuten! 

Also kostet das Ganze knapp über 100 Mio. Euro pro Minute. 100 Mio. Euro könnte man ein Leben lang mit der netten Frau von der Null-Hundert-Neunziger Nummer telefonieren.  Klar hat die BVG bei einem solchen Schnäppchen auch gleich die Steuerzahler mit ins Boot geholt, die bei dem ehrgeizigen Projekt gerne 100Mio. der insgesamt 320Mio. Euro tragen dürfen.

Man muss die BVG aber auch in Schutz nehmen. Die Strecke ist das absolute Nonplusultra unserer Zeit. Keine andere U-Bahn-Strecke packt es so viele Stationen miteinander zu verbinden (3!!!) und dabei so unglaublich effektiv zu sein. Immerhin befördert die U55 circa 6000 Fahrgäste am Tag im 5-Minutentakt. Vorwiegend gestrandete, ahnungslose Touristen. Kaum ein Einheimischer verirrt sich in den noblen, sauberen Schacht der U55.   

Also, wer denkt, Stuttgart 21 sei überteuert und ineffizient, der möge nach Berlin kommen, denn es ist immer noch die Hauptstadt, die das Maß an Verschwendung festlegt! 

 

Text: Jan Werum